Effizient und kreativ im Homeoffice: Mit dem Flow

Hilfreiche Tipps, wie man Blockaden umgehen und lösen kann

Effizient und kreativ im Homeoffice: Mit dem Flow

Effizient und kreativ im Homeoffice: Mit dem Flow 2560 1707 Designagentur Panzer & Neumann

Nichts ist in der Kreativ-Branche so gängig wie der Begriff Flow. Aber was macht dieser „Fluss“ eigentlich mit uns? Und wie können wir ihn zu unserem Vorteil nutzen?

Flow vs. Geistesblitz – eine Klarstellung

Seit der Antike hatten Dichter und Denker ein mystisches Konzept von der Kreativität. Die Gleichsetzung von Talent und Ideenreichtum als transzendentes Geschenk der Götter ist längst überholt. Forscher wissen heute genau: Kreativität folgt klaren Mustern und ist nicht wie bisher angenommen etwas Unkontrollierbares! Dass man zum sogenannten Aha-Moment kommt, lässt sich mit ein paar Kniffen durchaus steuern.

Dabei spielt der Flow eine große Rolle. Weil die Metapher des „fließenden“ Zustandes völliger Konzentration einfach gut passt, haben viele den Kreativitätsbegriff durch das engl. Wort Flow ersetzt. Wer im Flow arbeitet, scheint kinderleicht und effizient durchzuackern. Man blendet alles aus –  nur noch die Arbeit zählt und alles läuft wie am Schnürchen. Was einfach klingt, ist aber in der Realität gar nicht so leicht umzusetzen. Was also müssen wir tun, um den Flow fließen zu lassen? Und wie umgeht man die gefürchteten Blockaden?

Der Blockaden-Biber und der kreative Damm

Dieses putzige Säugetier steht bei uns, so leid es uns tut, für den kreativen Worstcase: die Blockade. Der Blockaden-Biber baut Dämme, wo keine sein sollten. Aber keine Panik! Wir fassen zusammen, wie man den Damm einreißt und den Flow weiter fließen lässt.

Ablenkung

Man kennt es, immer wenn man die zündende Idee hat, wollen alle etwas von einem. Hier die Benachrichtigung vom Gruppen-Slack, da die Email vom Kunden, dann ruft auch noch der Chef an und wenn man gerade wieder konzentriert weiter machen will klingelt der Paketdienst.

Gerade im Homeoffice sind ständige Störfaktoren der unerbittliche Endgegner.

Da hilft nur eines: rigoros abschotten.

Nehmen Sie ruhig eine digitale Auszeit, wenn Sie in den Flow kommen wollen.

  • Mobile Geräte wie Wecker, Handy, FitBits stumm schalten
  • „Bitte nicht stören“- Modus in Messengern wie Slack, Skype und auf dem Telefon einrichten
  • Benachrichtigungen auf dem Desktop einschränken (Emails, Apps, Broswer-Benachrichtungen)
  • Ablageort für den Paketdienst festlegen
  • für maximale Ruhe Fenster und Türen schließen

Leicht ablenkbare Menschen schaffen sich am besten Noise-Canceling-Kopfhörer an. Denn auch die kleinsten Geräusche können einen schon aus dem Flow reißen.

Wer am Desktop möglichst projektorientiert und ungestört arbeiten will, findet weiter unten noch einen guten Hinweis.

Zündungsschwierigkeiten

Eine Blockade ist häufiger als man denkt. Befindet man sich in einer, ist es am besten, den Druck aus der Situation zu nehmen. Denken Sie Schritt für Schritt und nicht an alle Deadlines, die noch anstehen. So blockieren Sie sich nur noch mehr.  Kommen Sie gar nicht weiter, ist es sogar erwiesenermaßen besser, sich für kurze Zeit mit etwas komplett anderem zu beschäftigen.

Für die meisten Gedankenprozesse braucht das Gehirn eine Art Inkubation. D.h. während man sich mit anderen Dingen beschäftigt, am besten in Benutzung eines ganz anderen Hirnareals, arbeitet im Hintergrund unbewusste Gedanken an der Idee weiter. Es bilden sich Assoziationen, also ein Transfer, der kreative Lösungen anbietet, auf die man vorher nie gekommen wäre. Mehr dazu erfahrt ihr im Blogbeitrag zur Ideenfindung.

Wie Sie den Vorgang beschleunigen können?
  • Browsen: Input aus den sozialen Netzwerken von Freunden, Kollegen oder Trends
  • Selbstreflektion: Was beschäftigt mich aktuell?
  • Auszeit: Spazieren gehen, töpfern, gärtnern, singen, tanzen – Sie entscheiden.

Hauptsache, Sie beschäftigen sich mit etwas komplett anderem und bringen Ihren Kopf über ein paar Ecken auf Touren.

Zweifel

Sie haben eine Idee, aber sind nicht sicher, ob die auch wirklich gut ist? Zögern und Zweifel sind die Antagonisten der Kreativität. Deswegen braucht sie auch Bestätigung von außen, um die eigene Kritik vor der Umsetzung zu überstehen. Findet man sich in einer solchen Sackgasse wieder, kann ein persönliches Gespräch mit Kollegen helfen, um den eigenen Ideenpessimismus abzuschütteln.

Mit Bestätigung und Anerkennung eine fruchtbare Umgebung schaffen.

Dieser Prozess lässt sich fördern, vor allem wenn es von oben vorgelebt wird. Vertrauen ist hier auch ein wichtiger Punkt. Man muss ein bisschen loslassen und darauf vertrauen, dass das was man macht, gut wird. Lockere Atmosphäre und Offenheit im Team helfen, z. B. wenn man zugibt, dass man selbst auch gerade eine kreative Blockade hat. Denn das nimmt für die restlichen Team Mitglieder den Druck aus der Sache, perfekt sein zu müssen. Wichtig ist der Mut von ganz oben, der sich bei flachen Hierarchien auch auf die Mitarbeiter überträgt. Eine Führungsebene die Offenheit und Mut ausstrahlt, ermutigt auch seine Mitarbeiter.

Franzis Tipps für Kreativität im Homeoffice

Im Homeoffice gibt es viele alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei mir sind das oft Tätigkeiten, die irgendwie mit den Händen und praktischer Arbeit zu tun haben. Basteln, Aufräumen, Haushaltsaufgaben, aber auch ein kurzer Spaziergang oder Sport können helfen, das Hirn auf andere Gedanken zu bringen und die Kreativität anzukurbeln!

Wenn man merkt es stockt, einfach kurz eine Pause machen.

Pausen-Wecker

Weiter oben habe ich beschrieben, wie produktiv es für die Kreativität sein kann, sich kurzfristig abzulenken. Aber Achtung: Haben Sie die Zeit im Blick. Damit man aber nicht in die Prokrastination abrutscht, kann es helfen, sich einen klar definierten Zeitraum zu „gönnen“ in denen Ablenkung erlaubt ist.  Am besten stellen Sie sich für 10-20 Minuten einen Wecker. So hat der Verstand kurz Zeit, abzuschalten, neuzuordnen und Sie starten mit hoffentlich frischen Ideen weiter.

Hürden eliminieren

Unterstützen Sie Ihre kreativen Gedanken Prozesse, indem Sie die Barrieren so klein wie möglich halten. Wenn ich z. B. kreativ schreiben möchte, nutze ich ein Sprach- oder Diktierprogramm, da ich meist schneller denke als ich schreiben kann. Und wer möchte schon, dass ein kreativer Gedanke verfliegt, ehe man ihn aufgeschrieben hat? Außerdem achte ich beim ersten Aufsetzen auch nicht auf Perfektion und Rechtschreibung, das lässt sich immer noch im Nachgang erledigen. Hauptsache die Idee ist erstmal festgesetzt.

Die richtige Musik!

Da hat wohl jeder seinen eigenen Geschmack. Mich lassen vor allem Klassik, Lofi und Jazz alles um mich herum ausblenden. Musik mit Gesang lenkt mich eher ab, während mich Instrumentales schnell in den Flow bringt. Am besten hilft immer ein ähnliches Tempo zu hören: man merkt dann gar nicht, wie viel Zeit vergeht, und kann völlig in seinen Gedanken aufgehen.

Eine leere Arbeitsfläche

Leere bedeutet bei mir immer „Hier ist Raum für Neues!“ Das kann sowohl eine weiße Arbeitsplatte auf meinem Schreibtisch sein, während ich mir Notizen mache. Meint aber auch einen aufgeräumten Bildschirm auf meinem Laptop. Deswegen versuche ich immer möglichst wenig Fenster auf meinem Desktop offen zu haben und ein Projekt nach dem anderen direkt zu schließen. Wenn ich nämlich mehrere Tabs, Fenster und Programme gleichzeitig öffne, ist mein Kopf genau wie mein Desktop voll. Die Augen und Gedanken hüpfen zwischen den Projekten hin und her. Das blockiert!

Mein Kniff:

Bei Windows und MacOS lassen sich mit nur einem Klick separate Desktops einrichten, um projektorientiert arbeiten zu können. Im Windows findet man neben dem Cortana Icon in der Taskleiste das Icon für „Aktive Anwendungen“. In diesem Bereich fügt man einfach in der obersten Leiste einen neuen Desktop hinzu. So behält man prima den Überblick, wenn man an mehreren Projekten arbeitet.

Welche Methoden nutzen Sie, um in den Flow zu kommen?
Schreiben Sie uns doch, wir freuen uns über kreativen Austausch.

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Über den Autor

Franziska Schönhöfer

ist Content-Managerin bei Panzer & Neumann. Texte schreiben, Fotografieren und Kommunikation in den sozialen Medien sind ihre Stärken. Als Absolventin im Bereich "Medien und Kommunikation" setzt sie sich sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich mit unseren Themen auseinander.