Brainstorm als Kreativitätskiller: So geht Ideenfindung richtig.

Warum wir Brainstormings nicht gut finden und wofür wir sie trotzdem nutzen.

Brainstorm als Kreativitätskiller: So geht Ideenfindung richtig.

Brainstorm als Kreativitätskiller: So geht Ideenfindung richtig. 2560 1707 Designagentur Panzer & Neumann

Sind klassische Kreativitätsmethoden heutzutage noch zeitgemäß?
Wir sagen ganz klar:

JAIN!

Ideenfindung klappt nur selten sofort

Nur weil man kreativ ist, bedeutet das nicht, dass man immer die passende Idee parat hat. Manchmal kommt sie einfach nicht. Eine beliebte Methode zur Ideenfindung ist das Brainstorming.

Aber sind wir mal ehrlich: Mag die Dinger irgendjemand? Bei Panzer & Neumann sind wir definitiv keine Fans der Brainstormings. Warum?

Alleine oder gemeinsam mit „Mitdenkern“ setzt man sich vor ein leeres Blatt Papier und ballert erst mal fünfzig Schlagworte aller Bedeutungsebenen raus. Verknüpft sie mit Gedankenstrichen seiner Wahl. Und am Ende hat man dann schon die eine Idee. Oder nicht? Meistens ist es aber eher so, dass man am Ende einer solchen Gedankenflut eigentlich auch nicht schlauer ist als vorher. Vielmehr ist die Idee unter der Masse an verbundenen Worten schon erstickt worden. Unserer Meinung nach vernebeln solche Brainstormings eher den fokussierten Blick auf die Idee und der Kreativitätsfunke kann kaum überspringen. Deswegen gehen wir mittlerweile ganz anders mit dieser Methode um:

Bei uns fungiert das Brainstorming nicht als Ideenfindung wie bei anderen Kreativen. Wir briefstormen!

– Georg Neumann

Ideen auf Knopfdruck produzieren, das funktioniert einfach nicht!

In unseren Brainstormings legen wir lediglich grobe Richtungen fest und definieren mit einer Mindmap die Rahmenbedingungen des Projekts. Ziel, Kundenwünsche, Trends, Zielgruppen. Auf dieser erarbeiteten Basis brechen wir den Arbeitsauftrag möglichst konkret auf die Quintessenz herunter. Die Aufgabe sollte sich im Optimalfall in einem Satz formulieren lassen.

Erst dann begeben wir uns ans Ufer des Flows und lassen unsere kreativen Hirne im Hintergrund rudern. Wie man am besten in den Fahrwassern des Flows navigiert und wie man nicht auf Grund läuft, erklären wir übrigens in diesem Beitrag.

Im Vier-Phasen-Modell von Wallas wird kreatives Denken so beschrieben:

Phase 1: Vorbereiten und Entdecken

Man arbeitet sich in die Aufgabe/ das Problem ein
und sammelt alle „Rohdaten“.

Phase 2: Inkubation und Reifen

Die Gedanken reifen unbewusst zu einer Idee heran,
idealerweise abseits des Projekts bei gänzlich anderer Beschäftigung.

Phase 3: Illumination und Aha-Moment

Eine Idee manifestiert sich und tritt an die Oberfläche des Bewusstseins.
Eines der schönsten Gefühle im Leben von Kreativen 🤩

Phase 4: Verifikation und Elaboration

Ideen bzw. Projekte werden ausgearbeitet und und auf ihre Tragfähigkeit getestet

Erfahrungsgemäß lässt sich Kreativität nicht in Muster zwingen. Sie muss fließen, sie muss entstehen, sie muss wachsen.

– Sebastian Panzer

Faszination – Einflüsse auf kreatives Arbeiten

In seinem Buch „Kreativität: Konzept und Lebensstil“ fasst Kreativitätsforscher Prof. Dr. Rainer Matthias Holm-Hadulla das „Zusammenspiel von Begabung, Motivation, Persönlichkeit und Rahmenbedingungen“ zu Gunsten des kreativen Schaffensprozesses sehr treffend und folgendem Akronym zusammen:

F    FLEXIBILITÄT

die Bereitschaft neue Erfahrungen zu machen

A    ASSOZIATION

die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu transferieren

S    SELBSTVERTRAUEN

der (Selbst)Schutz vor der Labilisierung des Selbstgefühls mittels Routinen und Struktur

Z    ZIELORIENTIERUNG

hartnäckig und geduldig auf ein langfristiges Ziel hinarbeiten

I    INTELLIGENZ

die Fähigkeit zu veranschaulichen und zu abstrahieren

N    NONKONFORMISMUS

eine skeptische und unkonventionelle Meinung gegenüber herrschenden Normen

A    AUTHENTIZITÄT

Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit der Aufgabe

T    TRANSZENDENZ

Wertevorstellungen außerhalb der eigenen Bubble wahrnehmen

I    INTERESSE

von der Aufgabe begeistern lassen und sich ihr in ihrer Vollständigkeit widmen

O    ORIGINALITÄT

Neuartigkeit des kreativen Schaffens

N    NEUGIER

das Verlangen etwas Neues kennen zu lernen

Die Faktoren, die Holm-Hodulla beschreibt, ergeben zusammen das Wort: FaszinationGanz schön kreativ, dieser Kreativforscher.

Kreativ ist nicht nur Kunst

In den meisten Köpfen herrscht oft ein falsches Bild von Kreativität. Dabei ist sie so vielseitig und versteckt sich auch hinter Arbeiten, die man auf den ersten Blick nicht als kreativ bezeichnen würde. Das liegt schon am mehrdeutigen Ursprung des Wortes, von der viele nichts wissen.

creare

erschaffen

crescere

wachsen (lassen)

Dass ein schaffender Künstler mit Malerei, Musik oder Lyrik fantasievoll und kreativ ist, bestreiten die wenigstens. Aber auch der Werdegang eines Projekts, das Ausreifen einer Idee oder die Umgestaltung von Arbeitsprozessen, -wegen und -methoden in einer Abteilung oder einem Unternehmen können kreativ sein, wenn sie wie in der Aufzählung oben originell und unkonventionell sind.

Dabei kann ein neuer Ansatz kann genauso – wenn nicht noch mehr – vorantreibend sein wie die 5. Neuauflage der Unternehmens-CI. Wir möchten sogar soweit gehen, dass Kreativität viel weniger künstlerisches Können erfordert, als tatsächliche Cleverness.

Kreativität wachsen lassen

Sehen Sie, wie unterschiedlich sich Kreativität äußern kann? Mit diesem Wissen gehen wir sehr sorgfältig um. Der Killer für kreative Gedanken ist nämlich Beschränkung.

Bei Panzer & Neumann kennen wir die Diversität unseres Teams und fördern diese aktiv im täglichen Dialog. Jede noch so unkonventionelle Idee ist bei uns willkommen. Wir ermutigen uns gegenseitig, unterstützen und bauen weiter, und üben Kritik ohne zu zerstören.

Wir denken gemeinsam um die Ecke. Die unterschiedlichen kreativen Ansätze dürfen bei uns wachsen und führen dazu, dass wir immer wieder neue Wege bei Konzeption, Animation, Illustration, Webdesign, Layout und Social Media gehen.

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Über den Autor

Franziska Schönhöfer

ist Content-Managerin bei Panzer & Neumann. Texte schreiben, Fotografieren und Kommunikation in den sozialen Medien sind ihre Stärken. Als Absolventin im Bereich "Medien und Kommunikation" setzt sie sich sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich mit unseren Themen auseinander.